Fundstücke #3 – eine ehrlichere KI, alte Spiele als Quellcode und Werkzeuge ohne Cloud
Von Oliver Schmalzl
18.10.2026
Was diese Woche neu in meinem Sammel-Postfach gelandet ist. Kurz eingeordnet, ohne Test und ohne Empfehlung.
Berater statt Ja-Sager
KI-Assistenten stimmen gern zu, auch wenn eine Idee Schwächen hat. Ein Post von @evolving.ai schlägt dafür eine feste Anweisung in den Claude-Einstellungen vor. Sinngemäß:
- Nicht mit Lob oder Zustimmung anfangen. Hat die Idee einen Fehler, kommt er in den ersten Satz.
- Bei wichtigen Aussagen sagen, wie sicher sie sind: belegt, wahrscheinlich oder geraten.
- Keine Floskeln wie „Gute Frage“ oder „Da hast du völlig recht“.
- Bei Widerspruch begründen, eine Alternative nennen und das Risiko des eigenen Plans benennen.
- Den unangenehmen Punkt zuerst sagen, nicht im dritten Absatz.
- Bei Gegenwind nur dann umschwenken, wenn neue Fakten kommen.
Der Post sagt selbst ehrlich dazu: Auch so kann die KI Fakten falsch wiedergeben. Aber sie schmeichelt weniger. Auch ein gut formulierter Satz kann falsch sein – es hilft, wenn die KI das offen sagt. Zum Post
decomp.wtf: alte Spiele zurück in Quellcode
Vor ein paar Tagen habe ich über KI und das Zurückübersetzen von Programmen geschrieben. Hier ist ein konkretes Beispiel: decomp.wtf lässt KI-Agenten den Code von Spielen für N64, PlayStation 1 und 2, GameCube, Wii, Game Boy Advance und DS in C zurückübersetzen. Das Besondere: Der neue Code wird übersetzt und muss genau denselben Maschinencode ergeben wie das Original. Gedacht ist es für Spiele, die man selbst besitzt. Es läuft lokal, ohne Konto und ohne dass Spieldaten hochgeladen werden.
Fans holen ein abgesagtes Strategiespiel zurück
Command & Conquer: Generals 2 wurde vor über zehn Jahren abgesagt. Laut einem Facebook-Beitrag baut ein Fanprojekt namens „Project Aurora“ das Spiel nun wieder auf: Die Server-Seite wird neu geschrieben, Einheiten und Gebäude lassen sich schon steuern. Da ich selbst alte Spiele in die virtuelle Realität bringe, freut mich so etwas besonders. Es zeigt, wie lange Fans an ihren Spielen hängen. Zum Beitrag
Werkzeuge, die ohne Cloud auskommen
Drei Funde mit derselben Idee – die Daten bleiben auf dem eigenen Rechner:
- Handy wandelt Sprache in Text um, komplett offline.
- DigUp durchsucht Fotos, PDFs, Dokumente und Aufnahmen nach ihrem Inhalt, lokal.
- OpenScreen nimmt Produkt-Demos auf, ohne Abo und ohne Wasserzeichen.
Eine KI bedient ein echtes iPhone
Ein Bastelprojekt mit Witz: esp32-iphone-agent lässt ein KI-Modell ein echtes iPhone benutzen. Das Bild kommt per AirPlay, die „Hände“ sind eine Platine für rund 7 Dollar, die sich per USB als Maus und Tastatur ausgibt.
Zum Schmunzeln: Musikspieler mit Charakter
Ein Post von @evolving.ai erinnert an die frühen 2000er, als man seinem Musikspieler (zum Beispiel Winamp) per „Skin“ jedes Aussehen geben konnte – vom Raumschiff-Cockpit bis zum Alienkopf. Wer auf dieser Seite einen der Retro-Stile wählt, weiß, warum mich das anspricht. Zum Post