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Jede App ist jetzt Open Source – ob sie will oder nicht?

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#KI #Open Source #Reverse Engineering #Spiele

15.10.2026

„Every app on Earth is now open source … whether it likes it or not.“ So beginnt ein Instagram-Post, den ich mir diese Woche für den Blog gemerkt habe. Die KI Woche legt nach: Ihr Beitrag heißt schlicht „Software is over“.

Die These dahinter: KI kann fertige Programme zurück in lesbaren Code übersetzen. Damit verliert der geheime Quellcode seinen Wert als Burggraben.

Was dahintersteckt

Ein fertiges Programm besteht aus Maschinencode. Den versteht der Prozessor, ein Mensch kaum. Dekompilieren heißt, daraus wieder lesbaren Quellcode zu machen. Das ging schon immer – aber es war mühsame Handarbeit für Spezialisten, oft über Monate.

Neu ist das Tempo. Sprachmodelle lesen Maschinencode, benennen Funktionen, erklären Zusammenhänge und schreiben den Code in einer modernen Sprache neu. Die KI Woche nennt als Beispiele eine Adobe-Suite, nachgebaut in Rust, und dekompilierte Konsolenspiele, die als Web-App im Browser laufen. Wie weit diese Projekte wirklich sind, steht dort nicht. Die Richtung ist trotzdem klar.

Amjad Masad, Chef der Programmierplattform Replit, formuliert es noch zugespitzter: „Most software will go to zero.“ Die meiste Software werde also fast nichts mehr wert sein.

Erlaubt ist nicht dasselbe wie möglich

Es gibt einen sauberen Weg, wie alte Software offen wird: Der Hersteller gibt sie frei. Electronic Arts hat im Februar 2025 den Quellcode mehrerer Command & Conquer-Teile auf GitHub gestellt, unter der offenen Lizenz GPL v3. Was daraus entstehen kann, zeigt OpenCNC3D: Fans holen damit die Nintendo-64-Fassung auf den PC.

Dekompilieren ohne Erlaubnis ist etwas anderes. Das Urheberrecht erlaubt es in der EU nur in engen Grenzen, etwa damit Programme zusammenarbeiten können. Dass eine KI etwas kann, heißt nicht, dass man es darf. Wer fremde Software nachbaut, sollte das wissen, bevor er veröffentlicht.

Was das für Software bedeutet

Der Code allein war nie das ganze Produkt. Dazu gehören:

Wer nur davon lebt, dass niemand in den Code schauen kann, hat es schwerer. Wer gute Arbeit rund um den Code leistet, eher nicht.

Mein Blick darauf

Ich bringe gerade selbst alte Spiele in die virtuelle Realität. Dafür nutze ich offene Engines und Quellcode, den die Rechteinhaber oder die Community freigegeben haben. Die Spieldaten kommen aus eigenen, gekauften Kopien. Gerade deshalb sehe ich beide Seiten: Offener Code erhält Spielegeschichte. Ungefragt übersetzter Code schafft neue Fragen.

Die KI liefert den Code. Ob man ihn verwenden darf, zeigt die Lizenz.

Quellen: Die KI Woche: Software is over · Instagram @sebastianhardy_ · Instagram @amjad_masad · EA: Command & Conquer Tiberian Dawn auf GitHub