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Fans halten alte Spiele am Leben

Von

#Spiele #Open Source #Retro #VR

16.10.2026

Viele meiner Lieblingsspiele sind 25 bis 30 Jahre alt. Die Firmen dahinter haben sie längst abgeschrieben. Trotzdem laufen sie heute auf modernen Rechnern, online und sogar in VR. Das liegt fast immer an Fans. Beim Durchsehen meines Facebook-Archivs ist mir aufgefallen, wie lange ich diese Projekte schon verfolge.

2014: Spiele von 1996 wieder online

Am 31. August 2014 schrieb ich in einer Spielegruppe:

Für alle „verrückten Nostalgiker“ wie mich, die im Jahr 2014 gern Spiele von 1996 spielen: […] Funktioniert wunderbar! :)

Gemeint war CnCNet. Die Fans haben die alten Command-&-Conquer-Teile wieder netzwerkfähig gemacht. Die Originalserver gab es da längst nicht mehr. CnCNet gibt es bis heute.

Fünf Wochen später teilte ich Return to the Roots, einen freien Nachbau von Die Siedler II:

Als Siedler-2-Fan sollt ma sich des mal anschauen... ;)

2017: eine kleine Linksammlung

Im September 2017 habe ich nach einem Gespräch eine Liste in die Gruppe gestellt:

Hier wie gestern besprochen ein paar interessante Links. Sind meistens Fanprojekte mit neuen Engines und zeitgemäßeren Funktionen, aber Originalgrafik.

Darauf standen:

Das Prinzip ist bei den Nachbauten immer gleich: Die Fans schreiben die Spiel-Engine neu, als Open Source. Grafik, Musik und Karten kommen aus der eigenen Kopie des Originalspiels. So bleibt es rechtlich sauber, und das Spiel bekommt trotzdem höhere Auflösungen, bessere Bedienung und Mehrspieler über das Internet.

Im Chat mit mir selbst finden sich noch mehr Spuren: eine Meldung bei heise über eine neue OpenRA-Version (2016), ein langer IGN-Artikel über 21 Jahre XCOM und Simutrans, ein weiteres freies Transportspiel.

Wenn die Hersteller mitmachen

Manchmal helfen auch die Firmen selbst. Im April 2017 machte Blizzard das erste StarCraft kostenlos. Und 2019 schickte ich mir einen GameStar-Artikel über die Remastered-Fassung von Command & Conquer: von 320 × 200 Pixeln auf 4K. Mit der Remastered-Fassung hat Electronic Arts 2020 auch den Quellcode der ersten Teile unter einer offenen Lizenz veröffentlicht. Darauf baut zum Beispiel OpenCNC3D auf, die Nintendo-64-Fassung von Command & Conquer für den PC.

Und jetzt: in VR

Genau diese Projekte sind heute die Grundlage meiner VR-Ports für die Meta Quest. OpenRA, OpenTTD, OpenXcom, Return to the Roots und Stratagus laufen bei mir als Vorschau auf der Brille. Ohne die jahrelange Arbeit der Fans wäre das unmöglich. Ich baue nur die letzte Schicht dazu: Bild in den Raum, Controller statt Maus, ein Menü für die Brille.

Wer selbst ein altes Lieblingsspiel wieder spielen will, sollte zuerst nach „Open Source“ und dem Spielnamen suchen. Die Chancen stehen gut, dass jemand schon daran arbeitet.