22 Jahre Amazon – was meine Bestellungen über mich verraten
Von Oliver Schmalzl
18.10.2026
Seit 2005 bestelle ich bei Amazon, und Amazon speichert jede Bestellung. Ich habe mir die Liste Jahr für Jahr angesehen und zusammengezählt. Heraus kam mehr als eine Summe: Die Bestellungen zeigen recht genau, was mich gerade beschäftigt hat.
Die Zahlen
| Jahr | Bestellungen | Summe | Ø je Bestellung | Größte Bestellung |
|---|---|---|---|---|
| 2005 | 7 | 363,38 € | 60,56 € | 154,14 € – Die Simpsons, Staffel 1–5 |
| 2006 | 7 | 269,54 € | 38,51 € | 97,21 € – Die Simpsons, Staffel 7 und 8 |
| 2007 | 13 | 1.228,91 € | 94,53 € | 616,91 € – Fernseher und Heimkino-Anlage |
| 2008 | 7 | 628,45 € | 89,78 € | 351,89 € – Navigationsgerät |
| 2009 | 28 | 1.826,66 € | 65,24 € | 193,32 € – Bücher und WLAN-Sticks |
| 2010 | 19 | 2.066,46 € | 121,56 € | 972,99 € – Beamer mit Full HD |
| 2011 | 13 | 1.398,11 € | 107,55 € | 323,18 € – Monitor mit 27 Zoll und Tasche |
| 2012 | 24 | 3.720,40 € | 155,02 € | 942,21 € – Netzwerkspeicher (NAS) |
| 2013 | 13 | 542,34 € | 41,72 € | 168,64 € – drei Spiele und ein Media-Player |
| 2014 | 9 | 663,54 € | 73,73 € | 444,45 € – Actionkamera mit Halterungen |
| 2015 | 19 | 909,01 € | 47,84 € | 160,17 € – Bücher und Handy-Kamerazubehör |
| 2016 | 17 | 1.136,10 € | 66,83 € | 347,19 € – Speicherkarten und Kamerazubehör |
| 2017 | 13 | 1.125,85 € | 93,82 € | 403,27 € – Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung und Bücher |
| 2018 | 16 | 1.506,29 € | 94,14 € | 245,93 € – Wetterstation und Streaming-Stick |
| 2019 | 31 | 2.923,02 € | 94,29 € | 1.012,05 € – Fernseher mit 75 Zoll |
| 2020 | 25 | 2.049,71 € | 85,40 € | 450,75 € – Gerätehaus für den Garten |
| 2021 | 24 | 1.660,02 € | 69,17 € | 208,39 € – 32 GB Arbeitsspeicher |
| 2022 | 24 | 2.053,82 € | 85,58 € | 585,46 € – Bücher, Hochdruckreiniger-Zubehör, Festplatte |
| 2023 | 24 | 1.974,49 € | 85,85 € | 582,35 € – Kaffeevollautomat und Comics |
| 2024 | 12 | 1.816,73 € | 151,39 € | 711,26 € – Spielkonsole mit Zubehör |
| 2025 | 12 | 1.178,50 € | 98,21 € | 207,89 € – SSD-Stick, Buch, Lesekissen |
| 2026 (bis September) | 15 | 2.879,52 € | 191,97 € | 738,85 € – Kamera, zurückgeschickt |
| 2005–2026 | 372 | 33.920,85 € | 92,68 € |
Die Summen sind die Beträge, die Amazon je Bestellung anzeigt. Rücksendungen sind nicht abgezogen. Das betrifft vor allem eine Festplatte 2022 und eine Kamera 2026. Wirklich ausgegeben habe ich also etwas weniger. Ein paar Bestellungen stehen mit 0,00 € in der Liste. Die liefen über Guthaben. Bei zwei Bestellungen aus 2010 zeigt Amazon gar keinen Betrag; sie fehlen im Durchschnitt.
Was auffällt
Weniger Bestellungen, größere Beträge. Die meisten Bestellungen gab es 2019 (31) und 2009 (28), zuletzt nur noch 12 bis 15 im Jahr. Dafür ist der Durchschnitt gestiegen: von knapp 40 € (2006) über knapp 50 € (2015) auf fast 200 € (2026). Kleinigkeiten sind seltener dabei.
Das teuerste Jahr war 2012. Ein Netzwerkspeicher (NAS) mit mehreren Festplatten, ein neuer Router, eine HDMI-Matrix: 3.720,40 €. Dahinter folgen 2019 (Fernseher, Raspberry Pi, Netzwerk) und 2026. Ohne die zurückgeschickte Kamera läge 2026 aber deutlich tiefer.
Der teuerste Einzelkauf war der Fernseher mit 75 Zoll im November 2019, für 1.012,05 €. Knapp dahinter: der Beamer 2010 (972,99 €) und das NAS 2012 (942,21 €).
Bücher sind der rote Faden. Sie ziehen sich durch alle Jahre. Insgesamt sind es über zweihundert.
Jahr für Jahr
2005 – der Anfang. Im Frühjahr das Online-Rollenspiel Guild Wars. Dann die ersten fünf Staffeln der Simpsons, ein DVD-Player und ein Roman.
2006 – Simpsons und Niederländisch. Weitere Staffeln der Simpsons. Am PC Guild Wars Factions, Die Siedler II und die beiden Syberia-Abenteuer. Dazu ein Sprachkurs und Verbtabellen für Niederländisch.
2007 – Heimkino und Frank Miller. Der erste Flachbildfernseher samt Heimkino-Anlage. Comics von Frank Miller: Sin City, 300, Ronin, Hard Boiled. Die Jack-Ryan-Romane von Tom Clancy, Bücher über Geheimdienste. Und gleich mehrere Bücher zu Allgemeinbildung und gutem Benehmen, darunter Knigge im Original.
2008 – Jack Ryan und Comics. Weitere Clancy-Romane, „V for Vendetta“ und Frank Millers Batman-Comics. Dazu ein Navigationsgerät und die GTA-Ableger Vice City Stories und Liberty City Stories.
2009 – das bisher fleißigste Jahr. 28 Bestellungen. Viel Zubehör fürs iPhone 3G, eine Pulsuhr, externe Festplatten, ein Headset. Bei den Büchern Satiren von Ephraim Kishon und zwei Romane von Dan Brown. Ein zweiter Anlauf mit Niederländisch. Zum Jahresende Call of Duty: Modern Warfare 1 und 2.
2010 – PlayStation 3 und Beamer. Die PS3 kam ins Haus, mit Final Fantasy XIII, Dante's Inferno, Blur und LEGO Star Wars. Dazu ein Full-HD-Beamer mit Deckenhalterung und 10 m HDMI-Kabel.
2011 – Falco, Skyrim, Steve Jobs. Musik und Dokumentationen von Falco. Auf der Konsole Heavy Rain und die God-of-War-Sammlung, dazu das Lösungsbuch zu Skyrim. Die Biografie von Steve Jobs. Am Rechner die erste SSD, ein 27-Zoll-Monitor und ein Grafiktablett.
2012 – das eigene Netzwerk. Ein NAS mit acht Schächten, Festplatten mit 3 TB, Router, Switch und HDMI-Matrix. Ein Autoradio mit Bluetooth. Bei den Büchern „Game of Thrones“, „Band of Brothers“, Carl Sagans „Pale Blue Dot“ und Richard Dawkins' „The God Delusion“.
2013 – Spiele und Bildschirme. Dark Souls, Darksiders II, Medal of Honor. Ein Media-Player für den Fernseher, dazu Kabel und Adapter. Zum Lesen „Die Tribute von Panem“ und der erste Band von Scott Pilgrim.
2014 – Kamera und Klassiker. Eine Actionkamera samt Halterungen, Zubehör fürs Smartphone. Dazu Goethe (Werther und Faust) und ein Laufbuch.
2015 – Unterwegs und mit Humor. Viel Kamerazubehör, Wanderführer für Achensee und Rofan. Dazu die Cartoon-Bücher von The Oatmeal und „Cat vs Human“. Und das Kartenspiel Exploding Kittens.
2016 – Überwachung. Glenn Greenwalds „Die globale Überwachung“ und die Dokumentarfilme „Citizenfour“ und „Inside Job“. Dazu ein Handbuch für FileMaker.
2017 – Fotografie und Daten. Makrovorsatz, Stativ, Ersatzakkus für die Kompaktkamera. Erste Bücher zu Data Science und SQL. Und Ken Folletts Jahrhundert-Saga.
2018 – Smart Home. Sprachassistenten, smarte Lampen, Wetterstation, LED-Streifen. Gleichzeitig Bücher über Gelassenheit und Pausen. Und ein Buch über LEGO Technic.
2019 – Heimkino, Raspberry Pi und Klima. Der große Fernseher, Leinwand, Netzwerk-Switches. Mehrere Raspberry Pi mit Retro-Gehäusen. Und ein neues Thema: Klima und Zukunft der Erde, mit Alan Weisman, Naomi Klein und Rolf Dobelli. Dazu Snowdens „Permanent Record“.
2020 – Rechner und Garten. Mehr Arbeitsspeicher, schnellere SSDs, Webcam, USB-C-Hub. Ein Gerätehaus für den Garten. Und Marc Elsbergs Thriller: „Blackout“, „Zero“, „Helix“.
2021 – Optimismus und Serien. „Factfulness“ und „Warum es uns noch nie so gut ging“. Dazu die großen Serienboxen: „The Wire“, „Die Sopranos“, „Chernobyl“. Und die Haderer-Jahrbücher.
2022 – Energie und Fokus. Smarte Steckdosen, die den Verbrauch messen. Bücher zu Energiewende und Klima, aber auch zu Konzentration: Nir Eyals „Indistractable“ und „Hooked“, dazu „Tiny Habits“.
2023 – Mars. Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie, dazu „2312“, „Aurora“ und „Das Ministerium für die Zukunft“. Robert Zubrins „The Case for Mars“, „KI 2041“, die Musk-Biografie. Und neue Asterix-Bände.
2024 – Konsole, Führung, Infografik. Eine Spielkonsole. Mehrere Bücher über Führung. Die Infografik-Bücher von David McCandless. Und wieder Klima: „Earth for All“, Elsbergs „°C – Celsius“.
2025 – Disruption. Tony Seba und RethinkX über den Umbruch bei Energie, Verkehr und Landwirtschaft. Maja Göpel, Anders Levermann, Frank Schätzing. Zum Ausgleich Randall Munroes „How To“.
2026 – KI und Haushalt. Ray Kurzweil, Reid Hoffmans „Superagency“, „Abundance“. Ein Buchscanner. Und ein Saugroboter.
Was ich daraus mitnehme
Die Liste ist ein ehrliches Tagebuch. Was mich interessiert, landet früher oder später im Warenkorb. Die Bücher habe ich übrigens gleich in meine Büchersammlung übernommen, die Filme und Spiele ebenso.