Fundstücke #2 – tiefere Prompts, 3D-Modelle per Beschreibung und ein Raspberry Pi
Von Oliver Schmalzl
16.10.2026
Was diese Woche neu in meinem Sammel-Postfach gelandet ist. Kurz eingeordnet, ohne Test und ohne Empfehlung.
Tiefer statt größer fragen
Felix Rieseberg arbeitet laut einem Instagram-Post von @evolving.ai als einer der leitenden Entwickler an Claude. Sein Rat: Von der KI nicht mehr verlangen, sondern eine tiefere Fassung der Aufgabe. Dafür hat er einen Prompt geteilt. Sinngemäß bittet man die KI, bevor sie die Aufgabe neu formuliert, um vier Dinge:
- Was würde ein Spitzenprofi hier zusätzlich tun, wonach ich gar nicht gefragt habe?
- Mit welchem Rohmaterial würde er beginnen – statt mit dem, was schon für mich aufbereitet ist?
- Welche Methoden und Werkzeuge würde er verwenden?
- Was außer dir und mir würde zeigen, dass das Ergebnis stimmt?
Danach soll die KI meinen Prompt so umschreiben, dass er genau das verlangt. Mir gefällt vor allem Punkt 4: Die Prüfung kommt von außen, nicht vom eigenen Gefühl. Zum Post
3D-Spielmodelle aus einer Beschreibung
Ein Entwickler hat ein Werkzeug gebaut, das aus einer Beschreibung ein 3D-Modell macht: ein Gebäude, ein Fahrzeug, eine Figur. Dahinter arbeiten KI, Blender und Python, das Modell lässt sich danach verfeinern und exportieren. Spannend ist die Arbeitsteilung: Den Code hat laut dem Entwickler fast komplett Claude Code geschrieben. Er selbst hat Aufbau, Durchsicht und Tests übernommen und bringt über 13 Jahre Erfahrung in der Spieleentwicklung mit. Zum Post
Genau so arbeite ich auch an meinen VR-Projekten. Die KI schreibt viel, die Entscheidungen bleiben beim Menschen.
Was ein Raspberry Pi alles kann
Der kleine Rechner im Scheckkartenformat ist mehr als ein Bastelspielzeug. Ein Post von @technology zählt auf: ein Smart Display, die Überwachung des Heimnetzes, eine Zeitraffer-Kamera, eine eigene Website, eine Wetterstation mit Sensoren, eine Retro-Spielkonsole oder Pi-hole, das Werbung und Tracker im ganzen Heimnetz blockiert. Jedes davon ist ein gutes Wochenendprojekt zum Lernen. Zum Post
Wenn die KI-Rechnung zu hoch wird
Wer Sprachmodelle in eigenen Anwendungen nutzt, zahlt für jede Anfrage. Ein Ansatz zum Sparen ist semantisches Caching: Die Anwendung merkt sich Antworten. Kommt später eine Frage, die einer früheren inhaltlich ähnlich genug ist, liefert sie die gespeicherte Antwort, statt das Modell erneut zu fragen. Ein Post von @datasciencebrain zeigt das als kleines Übungsprojekt. Die wichtigen Fragen dabei: Ab wann gelten zwei Fragen als „gleich“? Und wann ist eine gespeicherte Antwort veraltet? Zum Post
Wenn die KI beim Bildbearbeiten das Gesicht verändert
Ein bekanntes Ärgernis: Man bittet die KI um besseres Licht, und plötzlich sieht man auf dem Foto anders aus. Ein Post von @airesearches schlägt Kurzbefehle wie „/identitylock“ vor. Das sind keine echten Befehle, sondern Abkürzungen für eine klare Anweisung. Der eigentliche Tipp ist einfacher: Immer dazusagen, was sich ändern soll und was genau gleich bleiben muss – Gesicht, Haare, Kleidung, Ausdruck. Zum Post
OpenCut: Videos schneiden ohne Abo
OpenCut ist ein offener Videoeditor und will eine Alternative zu CapCut sein. Er läuft im Browser und als Desktop-Programm, der Code steht unter MIT-Lizenz. Gefunden in einem Facebook-Reel.