Die Neugier wieder entdecken
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Kapitel 34 von 158
Vorwort von Oliver Schmalzl
Oliver Schmalzl: www.schmalzl.tirol [QR37] | den eigenen Betrieb: www.den eigenen Betrieb.at [QR38]
Ich glaube, dass beim Einstieg in KI oft etwas anderes fehlt als technisches Wissen: die Erlaubnis, der eigenen Fantasie wieder Raum zu geben. Als Kinder fragen wir: „Was wäre, wenn?“ Wir probieren aus, erfinden Geschichten und bauen Dinge, ohne vorher sicher zu sein, dass sie funktionieren.
Mein Eindruck ist, dass Schule, Ausbildung, Universität und Arbeitsalltag diese Haltung manchmal in den Hintergrund drängen. Wir gewöhnen uns daran, zuzuhören, Vorgaben zu erfüllen und die richtige Antwort zu finden. Vielleicht fällt es uns deshalb später schwerer, selbst eine Idee zu formulieren, für die es noch keinen fertigen Auftrag gibt. Das ist meine persönliche Sicht, keine allgemeine Aussage über Bildung oder einzelne Menschen.
Vielleicht tun sich Menschen, die häufig gestalten und experimentieren, deshalb mit KI zunächst leichter. Daraus folgt für mich aber nicht, dass andere weniger Fantasie hätten. Wer unsicher ist, braucht möglicherweise nur ein verständliches Beispiel, etwas Zeit und einen Rahmen, in dem ein erster Versuch auch misslingen darf.
Das neugierige Kind ist vielleicht noch da
Vielleicht möchtest du ein Buch schreiben, eine Website bauen oder endlich das Programm haben, das genau zu deinem Alltag passt. Vielleicht ist dein Wunsch gar nicht digital: eine Werkstatt einrichten, ein kleines Geschäft gründen oder jemandem etwas beibringen. KI kann dann bei einer Anleitung, einer Planung, einem Businessplan oder einem Erklärvideo helfen.
Für mich fühlt sich KI deshalb wie ein sehr großer Zauberkasten an. Die Möglichkeiten wirken beinahe grenzenlos; entscheidend ist zunächst die Frage, was ich damit ausprobieren möchte. Die Ergebnisse müssen sich anschließend in der Wirklichkeit bewähren. Fantasie liefert die Idee, Fachwissen und Prüfung machen daraus etwas Brauchbares.
Du musst noch nicht wissen wie
„Ich würde gerne ein Buch schreiben, weiß aber nicht, wie ich anfangen soll. Hilf mir, eine Idee zu finden und einen ersten Absatz zu entwerfen.“
„Ich hätte gerne eine einfache Website für meine Idee. Frage mich zuerst, für wen sie gedacht ist und was sie können soll.“
„Mich nervt dieser wiederkehrende Arbeitsschritt. Hilf mir, ihn zu beschreiben, und prüfe, ob es dafür schon eine gute Lösung gibt.“
Und wenn dir noch keine Idee einfällt: „Stelle mir drei einfache Fragen zu meinem Alltag. Schlage mir danach etwas Kleines vor, das wir gemeinsam ausprobieren können.“
Die erste Frage darf ganz einfach sein: Was würde ich gerne ausprobieren, wenn ich Hilfe dabei hätte?
Du musst nicht alles können. Es reicht, neugierig genug für die nächste Frage zu sein.
Quellen und Links
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