Wer Tirols KI-Szene zusammenhält
Von Oliver Schmalzl
08.10.2026
Vor einem Jahr gab es in Tirol keinen Ort, an dem sich Menschen regelmäßig und ohne Eintritt über KI austauschen konnten. Heute gibt es ihn jeden Donnerstag um 8 Uhr, an mehreren Orten gleichzeitig. Das ist nicht von selbst passiert, sondern weil ein paar Leute angefangen haben. Hier die, die ich kenne und deren Arbeit ich empfehlen kann.
Thomas Seiger, Gründer von KINN
Thomas hat KINN im November 2025 gestartet, mit vier Personen. Laut brutkasten kommen inzwischen 30 bis 50 Leute pro Treffen: Entwickler, Marketer, Unternehmer. Das Format ist bewusst schlicht: kein Verein, keine Institution, sondern Thementische mit bis zu sechs Personen, die Themen werden vorher per Abstimmung bei der Anmeldung festgelegt. Die Treffen rotieren durch Co-Working-Spaces, finanziert wird das Ganze über Spenden, unterstützt von WKO Tirol und Standortagentur Tirol, ohne dass diese die Trägerschaft übernehmen.
Beruflich ist Thomas Chief Innovation Officer bei Mission Solar und CTO seines Startups Libra Innovation, das KI-gestützte Automatisierung für österreichische Unternehmen baut. Zusammen mit Markus Kirchmair macht er den Podcast Die KI Woche, den es auch als Video gibt.
- Die KI Woche auf YouTube: "Kein Hype. Nur Einordnung."
- kinn.at
Désirée Ossanna-Arzić, KINN im Unterland
Désirée hat das KINN-Chapter im Tiroler Unterland gegründet und ist dort hervorragend vernetzt. Am 5. März 2026 fand KINN zum ersten Mal parallel an zwei Orten statt: in Innsbruck die fünfzehnte Ausgabe, in Kufstein die Premiere mit 24 Teilnehmenden. Der Bericht des Coworkingspace Tirol beschreibt den Start gut.
Fachlich kommt Désirée aus dem Grafikdesign, mit über 15 Jahren Erfahrung, und arbeitet heute als AI Motion Artist und GenAI-Trainerin: Workshops für Kreative, KI-Strategien für Unternehmen, Markenbilder mit generativer KI, die nicht nach KI aussehen, sondern nutzbar sind. Wer ihre Arbeiten sehen will, schaut auf Instagram.
Der Innovationsraum Kufstein
Die Heimat von KINN im Unterland ist der Innovationsraum Kufstein im KISS am Unteren Stadtplatz, ein paar Schritte vom Bahnhof. Eine offene Begegnungs- und Arbeitsfläche, die zum Treffpunkt für alle werden soll, die sich mit Chancen und Risiken von KI beschäftigen. Die Termine, etwa KINN#44 in Kufstein, laufen über die Anmeldeplattform Luma und sind auf kinn.at verlinkt.
Jurij Tkaciov, Organisation im Unterland
Jurīj Tkaciov von der JT holding unterstützt Désirée bei der Organisation in Kufstein und ist bei den Treffen sehr aktiv. Ohne Leute, die Stühle stellen, Kaffee organisieren und Termine nachfassen, gäbe es keine Community.
Armin, Gastgeber in Kitzbühel
In Kitzbühel hostet Armin die KINN-Treffen und bringt das Format damit in den Bezirk Kitzbühel. Neben Innsbruck, Wattens, Kufstein und dem Casablanca Campus in Schönwies einer der Orte, an denen KINN inzwischen zu Hause ist.
Warum ich das aufschreibe
Weil man in diesen Runden mehr über den praktischen Einsatz von KI lernt als in den meisten Webinaren, und weil die Leute dahinter das in ihrer Freizeit machen. Wer in Tirol wohnt und neugierig ist: Donnerstag, 8 Uhr, einfach vorbeischauen. Die besten Ideen entstehen im Austausch.